Umfrage zum Hybrid Working

Wie wollen Unternehmen ihren Mitarbeitenden zukünftig eine Kombination aus mobilem und bürobasiertem Arbeiten ermöglichen?

08 July 2022

Publication

Im Mai 2022 haben wir in Deutschland eine Umfrage zum Hybrid Working durchgeführt, an der knapp 50 Unternehmen teilgenommen haben. Anlass für die Umfrage waren zahlreiche Anfragen von Mandanten, die sich danach erkundigten, ob und wenn ja wie andere Unternehmen Ihren Mitarbeitenden zukünftig eine Kombination aus mobilem und bürobasiertem Arbeiten, also ein sogenanntes „Hybrid Working“, ermöglichen.

Arbeitgeber wollen ortsungebundenes Arbeiten ermöglichen

Wir haben zum Beispiel danach gefragt, ob Mitarbeitende bei der Erbringung der Arbeitsleistung außerhalb des Büros an einem festen Arbeitsplatz im Homeoffice anwesend sein müssen oder ortsungebunden arbeiten dürfen. Drei Viertel der befragten Unternehmen möchten ein ortsungebundenes Arbeiten ermöglichen. Dabei mag eine Rolle gespielt haben, dass Vorgaben des Arbeitsschutzes einfacher Rechnung zu tragen ist, wenn Mitarbeitende keinen festen Arbeitsplatz außerhalb des Büros haben, für den der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen muss.

Bei Hybrid Working Modellen halten sich die Pflicht zur Anwesenheit im Büro und die Möglichkeit, außerhalb des Büros zu arbeiten, zeitlich in etwa die Waage. So wollen knapp die Hälfte der befragten Unternehmen mobiles Arbeiten an zwei Tagen in der Woche ermöglichen, gefolgt mit deutlichem Abstand von einem Arbeiten außerhalb des Büros an drei Tagen in der Woche als zweithäufigste gewählte Antwort.

Bei etwa 85 % der befragten Unternehmen entscheiden Mitarbeitende frei darüber, an welchen Tagen sie außerhalb des Büros arbeiten wollen, sofern nicht betriebliche Gründe oder die Zusammenkunft mit Teammitgliedern eine Anwesenheit erfordern.

Die allermeisten Unternehmen haben die Regelungen zum mobilen Arbeiten schriftlich fixiert oder beabsichtigen dies zumindest, und zwar in Form einer allgemeinen Richtlinie oder – bei Bestehen eines Betriebsrates – in Form einer Betriebsvereinbarung. Individualvertragliche Vereinbarungen mit Mitarbeitenden sind dagegen die klare Ausnahme.

An der Ausstattung des Homeoffice beteiligen sich die allermeisten Unternehmen in der Weise, dass sie die technische Ausstattung, wie Laptop oder Mobiltelefon, zur Verfügung stellen. Nachdem während der Pandemie noch mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen mobiles Arbeiten finanziell honorierte, erfolgen finanzielle Leistungen nunmehr nur noch in Ausnahmefällen.

Produktiver und zufriedener im Home Office?

Befragt nach den Vorteilen von Hybrid Working zeigten sich nahezu alle befragten Unternehmen davon überzeugt, dass Mitarbeitende dadurch motivierter und zufriedener werden und die eigene Arbeitgeberattraktivität steigt. Zwei Drittel gehen davon aus, dass Mitarbeitende effizienter und konzentrierter arbeiten und immerhin gut die Hälfte sieht den Vorteil, dass durch das mobile Arbeiten Bürofläche und Miete eingespart werden können.

Nachteile des mobilen Arbeitens werden ganz überwiegend in einer geringeren Interaktion und Zusammenarbeit von Teams und in den besonderen Herausforderungen für Vorgesetzte bei der Mitarbeiterführung gesehen. Immerhin gut zwei Drittel befürchten eine schwächere Mitarbeiterbindung durch die räumliche Distanz zu Kolleginnen und Kollegen und dem betrieblichen Arbeitsplatz und immerhin gut die Hälfte sieht das Risiko der Gefährdung der körperlichen und/oder der psychischen Gesundheit durch fehlende Bewegung und soziale Isolierung.

Datenschutz besser umgesetzt als Arbeitsschutz

Defizite zeigten sich beim Arbeitsschutz: Ein Viertel der befragten Unternehmen gab an, sich bislang nicht um die Einhaltung der Vorgaben des Arbeitsschutzes gekümmert zu haben. Dagegen tragen etwa zwei Drittel der befragten Unternehmen den Vorgaben des Arbeitsschutzes durch eine Information der Mitarbeitenden in allgemeiner Form Rechnung. Ein Viertel nutzt dazu eine Checkliste, was unserer Empfehlung entspricht.

Alle befragten Unternehmen tragen dem Datenschutz beim mobilen Arbeiten durch Richtlinien und/oder durch die vertragliche Verpflichtung der Mitarbeitenden zum Datenschutz Rechnung. Ein gutes Drittel sieht darüber hinaus vor, dass vertrauliche Daten passwortgesichert sein müssen und außerhalb des Büros nicht ausgedruckt und in Papierform aufbewahrt werden dürfen.

Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen: Die Transformation zum Hybrid Working ist in vollem Gange. Unternehmen sehen mobiles Arbeiten positiv und gewähren Mitarbeitenden viel Flexibilität. Defizite bestehen beim Arbeitsschutz.

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